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Du 927 | Mai 2024

Marvels Superhelden

Götter unserer Zeit

 
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ISBN:
978-3-907315-26-2
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-
Status:
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Ben Saunders im Gespräch mit Oliver Prange
«Viele der besten kommerziellen Künstler haben bei Marvel gearbeitet»
Der Literaturprofessor Ben Saunders hält den einzigen Lehrstuhl für Comickultur inne. Er gilt als einer der bedeutendsten Marvel-Experten und kann genau erklären, warum Comics auch immer ein Spiegel der Gesellschaft sind und wer heute die Nachfolger von Stan Lee oder Steve Ditko sind.

Ben Saunders
Superhelden mit Superproblemen
Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg boomten in den USA Superheldencomics. Doch plötzlich waren sie nicht mehr zeitgemäss, und das Genre verschwand. Bis Marvel den Typus Superheld überholte und eine völlig neue Erzählstruktur entwickelte.

Ryan Meinerding im Gespräch mit Oliver Prange
«Das Kostüm von Iron Man ist viel komplexer als die in anderen Filmen»
Ryan Meinerding ist Head of Visual Development bei Marvel Studios und damit für die Gestaltung der Superheldenoptik in den Marvel-Filmen verantwortlich. Sein Team und er ent­wickeln etwa die Kostüme der Figuren. Warum ist das für die Produktion der Blockbuster entscheidend?

Jack Kirby im Gespräch mit Glenn Danzig
«Jede Geschichte braucht ein bisschen Pathos»
Anfang der 1990er-Jahre interviewte der Rockstar Glenn Danzig den legendären Marvel-Zeichner Jack Kirby, damals schon im Ruhestand. Danzig sammelt bis heute Comics und hat einen eigenen Verlag. Kirby ist einer seiner Helden. Er erklärt Danzig, warum Schurken nicht grundsätzlich böse sind und welche reale Basis seine Geschichten haben.

Laurence Maslon
Black Panther – Die Wende
Schwarze Superhelden spielten in der Comicwelt lange keine Rolle. Bis Marvel in den 1960er-Jahren den Black Panther einführte. Eine kluge, trickreiche und überaus starke Figur, in der sich viele Themen der Black Community vereinten.

Stan Lee im Gespräch mit Brian Hiatt
«Schreiben fiel mir immer leicht»
In den 1960er-Jahren entwarf Stan Lee mit Steve Ditko und Jack Kirby die meisten Marvel-Superhelden. In diesem Interview, das er 2014 gab – vier Jahre vor seinem Tod –, erklärt er seine unglaublich schnelle Plotentwicklung.

Charles Moss
Doctor Strange – Der Hippie-Held
Doctor Strange gehört nicht zu den bekanntesten Figuren im Marvel-Universum, trotzdem bevorzugen Leser, die sich für Mystizismus, Psychedelika und fernöstliche Weisheiten interessieren, bis heute den seltsamen Ex-Chirurgen mit den magischen Kräften.

Sana Amanat im Gespräch mit Danny Fingeroth
«Unsere Götter und Göttinnen sind Superhelden»
Sana Amanat ist bei Marvel für die Entwicklung von Geschichten und Figuren verantwortlich. Sie ist Teil des Teams, das die neueste Version von Ms. Marvel kreiert hat. Im Interview erzählt sie, was diese Figur ausmacht und was das mit ihrer eigenen Geschichte zu tun hat.

Carlos Aguilar
Spider-Man – Wie eine Skizze von da Vinci 
Der Animationsfilm Spider-Man – Across the Spider-Verse gilt als einer der besten Marvel-Filme der letzten Jahre. Er wird vor allem für die vielen überraschenden Filmreferenzen gelobt. 

Thomas Dürr im Gespräch mit Oliver Prange
«Ich begann meine berufliche Laufbahn mit dem Verkauf von Comicheften»
Thomas Dürr ist eine Grösse in der Schweizer Veranstaltungsbranche. Er organisierte Megakonzerte für Beyoncé bis Herbert Grönemeyer und nun die Ausstellung über Marvel in Basel. 

  Du 927 | Mai 2024 | Marvels Superhelden – Götter unserer Zeit

Marvels Superhelden

Götter unserer Zeit

Superhelden mit Superproblemen

Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg liebten Comicleser Super­hel­den im Kampf zwischen Gut und Böse. Doch viele Figuren wie etwa Captain America waren reine Propaganda. So flaute das Interesse bald ab – bis Marvel in den 1960er-Jahren einen neuen Typus Superheld erfand. Zwar hatte der nach wie vor Superkräfte, aber jetzt war er plötzlich unvollkommen, hatte seine Probleme, wirkte wie ein echter Mensch. Spider-Man muss auch Miete zahlen, fühlt sich unsicher im Umgang mit Mädchen und ist beladen mit Selbstzweifeln. Der Leser kann sich bestens mit ihm identifizieren. Durch diese Konflikte wird der Kern des Charakters herausgestellt. Dabei unterstützt das Kostüm die Darstellung der Seele; das Publikum erfasst, wer die Figur eigentlich ist. Das macht die Geschichte erst interessant – wir finden Gefallen daran, dass die Figur im Grunde genauso unvollkommen ist wie wir selbst. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als Comics als Kindermedium galten. Aber Stan Lee, Jack Kirby und Steve Ditko, die Erfinder und Gestalter bei Marvel, waren damals in ihren Vierzigern. Sie reflektierten die Unsicherheiten und Ängste ihrer eigenen Jugend aus einer erwachsenen Position heraus. Oft rangen die Superhelden damit, das Richtige zu tun, und es war ihnen nicht immer klar, ob sie ihre Kräfte als Segen oder Fluch ansehen sollten. Die Reaktionen auf übermenschliche Kräfte waren eben nicht mehr eindeutig, ebenso die Frage, wie die Menschheit mit diesen aussergewöhnlichen Wesen umgehen sollte. Auf dieser Grundlage erschufen die Schöpfer ganze Universen von Superhelden, die zum Teil zwischen den verschiedenen Marvel-Titeln wechseln, sodass der Eindruck einer gigantischen, miteinander verflochtenen Erzählung entsteht. Viele dieser Figuren sind derzeit in einer Ausstellung zu sehen, die durch die USA tourte und nun als Europapremiere in Basel ist. Und sie werden auch weiterhin in immer neuen Variationen in kommenden Comics und Filmen zu sehen sein. 

Von Oliver Prang