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Du 900 | Juli 2020

Zoo Zürich

Botschafter der Wildnis

 
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ISBN:
978-3-905931-99-0
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-
Status:
an Lager


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Alex Rübel im Gespräch mit Oliver Prange
«Mich beschäftigt, was der Zoo für die Wildnis tun kann»
Fast dreissig Jahre war Alex Rübel Direktor des Zoos Zürich. In dieser Zeit hat sich unter seiner Leitung vieles verändert. So entstand etwa ein offener tropischer Wald. Wie, erzählt er unter anderem im Interview.

Alex Rübel
Die Welt als Theatrum
Heini Hediger war von den 1950er-Jahren bis in die 1970er-Jahre Direktor des Zoos Zürich. Er gilt als Begründer der modernen Tiergartenbiologie und veränderte die Art, wie Zootiere gehalten und behandelt werden. Zeitlebens machte er sich Gedanken zum Verhältnis Mensch und Tier. Philosophisch, psychologisch und theologisch.

Severin Dressen im Gespräch mit Oliver Prange
«In meinem ersten Jahr erarbeiten wir den Entwicklungsplan für die nächsten Jahrzehnte»
Severin Dressen tritt ein schweres Erbe an. Er übernimmt ab Juli von Alex Rübel das Amt des Zoodirektors. Wer ist der Mann, der sich gegen achtzig Mitbewerber durchsetzte? 

Martin Bauert im Gespräch mit Oliver Prange
«Frei sind Wildtiere auch nicht»
Martin Bauert ist der Leiter Naturschutz & Tiere im Zoo Zürich. Im Gespräch erklärt er, warum es für Wildtiere schöner ist, von einem Löwen gerissen zu werden, als auf anderem Wege zu sterben. Und wie wichtig es ist, dass ein Zoo sich für den Naturschutz einsetzt.

Markus Rege im Gespräch mit Oliver Prange
«Unser wichtigstes Kapital ist unser Image»
Wie finanziert man einen Zoo? Wie macht man ihn bekannt, und welches Bild soll von ihm in der Öffentlichkeit entstehen? Markus Rege weiss es.

Yann Martel
Ein Revier wie jedes andere
In Yann Martels Roman Schiffbruch mit Tiger erzählt der indische Junge Pi von seinem Leben. Von seiner spektakulären Seereise in einem Rettungsboot, das er mit einem bengalischen Tiger teilen muss. Und von seiner Kindheit in einem Zoo, der für ihn das Paradies auf Erden war. Ein Auszug.

Andreas Schurtenberger im Gespräch mit Oliver Prange
«Schwein verfüttern wir nicht, weil das Fleisch zu fett ist»
Die Tiere im Zoo brauchen grosse Mengen an Nahrung. Dahinter steht eine aufwendige Logistik. Wie diese funktioniert, erklärt Andreas Schurtenberger.

Fortunato Amalfi im Gespräch mit Oliver Prange
«Der Konsument nimmt uns nicht wahr»
Die SGG Waser AG beliefert die Restaurants im Zoo mit Obst und Gemüse. Über ein Geschäft, das hauptsächlich nachts stattfindet und für die Schweiz überlebenswichtig ist.

Natascha Meuser
Verschwimmende Grenzen
Die Architektur zoologischer Gärten hat sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder verändert. In den letzten Jahrzehnten wurde dort versucht, die natürlichen Lebensräume der Tiere nachzubilden, und seit ein paar Jahren, sie in Geschichten einzubetten.

Urs Baumgartner und Martin Reusser im Gespräch mit Oliver Prange
«Wir müssen wissen, wie tief ein Hyänengraben sein muss»
Der Landschaftsarchitekt Urs Baumgartner und der Architekt Martin Reusser arbeiten eng mit dem Zoo Zürich zusammen. Beide waren etwa am Bau der Lewa-Savanne beteiligt. 

Hanspeter und Urs Lüscher im Gespräch mit Oliver Prange
«Was lebt, ist empfindlich»
Die Brüder Lüscher liefern mit ihrem Gartenbauunternehmen Pflanzen aller Art an den Zoo Zürich. Ein Gespräch über den Nachbau von Landschaften, die es hier gar nicht gibt, und die Besonderheiten von Mikroklimata.

Marit Kruthoff im Gespräch mit Oliver Prange
«Wir nehmen gesellschaftliche Verantwortung wahr – auch im Rahmen unserer Partnerschaft mit dem Zoo Zürich»
Die Zürcher Kantonalbank engagiert sich für die Inklusion von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Bei diesem Engagement spielt der Zoo Zürich eine wichtige Rolle. Welche, erklärt Marit Kruthoff.

Regula Buehler
Hürden abbauen
Auch Menschen mit Autismus gehen gerne in den Zoo – für viele von ihnen gibt es dafür aber zu viele unüberwindbare Hürden. «autismus deutsche schweiz» ermöglichte ihnen dank gezielten Anpassungen einen unvergesslichen Tag.

Christina Krebs
Erinnerungen wecken
Menschen mit Demenz kommen oft kaum mehr aus dem Haus. Im Zoo Zürich können sie aber dank speziellen Führungen wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Christian Landolt im Gespräch mit Oliver Prange
Beobachtet vom Clan-Chef der Affen
Beim Bau neuer Zoogebäude sind viele Unternehmen beteiligt. So auch die Firma Landolt. Für das Bauunternehmen ist die Arbeit im Zoo immer ein besonderes Erlebnis.

Benno Lüthi im Gespräch mit Oliver Prange
«Eine Plastiktüte sieht aus wie eine Qualle»
Über viele Jahre hinweg war Benno Lüthi Mitglied des Frei­willigenteams des Zoos Zürich. Seine Verbindung zu Tieren ist eng. Das zeigt er auch durch seine Stiftung Antarctic Research Trust. 

Christian Reding und Matteo Lonati im Gespräch mit Oliver Prange
«Bei der Tierfotografie reicht der digitale Handy-Zoom nicht»
Nikon unterstützt den Zoo Zürich seit mehr als einem Jahrzehnt mit Equipment. Wofür ein Zoo Kameras braucht, und welche Besonderheiten es bei der Tierfotografie gibt.

Rico Sommerhalder im Gespräch mit Oliver Prange
«Die grössten Abfallmengen entstehen in den Gehegen»
Ein Zoo produziert Müll und Mist, der natürlich nicht vor Ort bleiben kann. Um die Entsorgung kümmert sich in Zürich das Unternehmen Schneider Umweltservice AG.

  Du 900 | Juli 2020 | Zoo Zürich – Botschafter der Wildnis

Zoo Zürich

Botschafter der Wildnis

Botschafter der Wildnis

Von Oliver Prange

In den Anfangszeiten waren Zoos Orte, an denen der Mensch exotische Tiere betrachten konnte, die er nur aus Büchern und später aus Filmen kannte. Doch als im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr Tierarten als gefährdet eingestuft wurden und vom Aussterben bedroht waren, änderte sich die Rolle des Zoos. Vor vielleicht sechzig Jahren wurde man sich bewusst, dass ein Zoo mehr tun muss als nur Tiere zeigen. Er sollte sich auch für die Erhaltung der Natur einsetzen. So wurde der Zoo Zürich zu einer Institution, die mithilft, die ursprünglichen Lebensräume der Tiere zu schützen. Die Zoo-Tiere sind dabei Botschafter der Wildnis. Alex Rübel, der nach dreissig Jahren als Zoo-Chef Ende Juni abgetreten und von Severin Dressen abgelöst worden ist, hatte schon bei Stellenantritt einen Masterplan erstellt, in dem eine Masoala-Halle, ein Kaeng-Krachan-Elefantenpark und eine Lewa-Savanne vorgesehen waren. Bei der Masoala-Halle war das Ziel, einen Regenwald zu schaffen und die Tiere in einem möglichst natürlichen Lebensraum zu halten, ohne Schranken zwischen Mensch und Tier. Man wollte das Ökosystem nachbilden mit einer grösstmöglichen Artenvielfalt. Alex Rübel hält den Masoala-Regenwald für das beste Projekt des Zoos ­Zürich, weil Erde, Pflanzen, Amphibien, Vögel, Säugetiere, Reptilien, Insekten, Fische gut miteinander funktionieren. Die Lewa-Savanne hat eine andere Geschichte. Der frühere lang­jährige Betriebsleiter hatte in Kenia eine Dame kennengelernt, die sich für die von der Wilderei bedrohten Nashörner einsetzte. Zusammen mit dem Zürcher Tierschutz half er ihr, Gelder zu sammeln. Das ergab eine enge Verbindung zur kenianischen Lewa-Savanne, die zum Naturschutz­gebiet wurde und die lokale Bevölkerung miteinband. Die Lewa-Savanne in Zürich erstreckt sich nun auf 5,6 Hektar – ein Fünftel des gesamten Zoogeländes. Vierzig Tiere teilen sich die Wiesengründe, darunter vier junge Giraffen, Nashörner, Zebras, Antilopen. Eine Eigenheit ist hier, dass die Tiere nicht einfach gefüttert werden, sondern sich das Futter suchen müssen – wie in der Natur. Auf dem ehemaligen Landwirtschaftsland, das die Stadt Zürich 1930 gekauft und 1997 dem Zoo überlassen hatte, soll als Nächstes unter anderem ein neues Zuhause für die Gorillas entstehen.