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Du 864 | März 2016

David Bowie

1947–2016

 
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ISBN:
978-3-905931-71-6
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-
Status:
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Andrian Kreye
Ground Control. Ein Nachruf
Er war schon lange abgetaucht, und doch war er immer an der Macht. Im Januar dieses Jahres ist der grosse Inszenierungskünstler und Provokateur des Pop gestorben.

Ute Noll (Text), Masayoshi Sukita (Bilder) 
«Bowie musste man nicht sagen, was er vor der Kamera tun sollte. Er zündete sich einfach eine Zigarette an, griff sich ins Haar und zerzauste es in Bowie-Manier»
Masayoshi Sukita fotografierte David Bowie vier Jahrzehnte lang. Kaum einer kennt seinen Namen. Doch von diesem Fotografen stammt das weltberühmte Coverfoto des Albums Heroes. Du erinnert an die ersten Jahre ihrer Zusammenarbeit.

David Bowie im Gespräch mit Hanif Kureishi
«Ich habe einen Plan, seit ich acht Jahre alt bin» 
David Bowie und Hanif Kureishi wuchsen im selben Vorort Londons auf und kennen sich seit Schulzeiten. Für die Verfilmung von Kureishis Roman Der Buddha aus der Vorstadt komponierte Bowie den gleichnamigen Song und die gesamte Filmmusik. 

Tony Defries, Brian Duffy, Chris Duffy, Celia Philo, Francis Newman, Pierre Laroche im Gespräch. Bilder: Brian Duffy
«Es war ein sehr warmer, sonniger Tag. Wir haben einfach nur ganz normale Gespräche geführt»
Das Aladdin-Sane-Cover gilt als eines der besten der Welt­geschichte, man nennt es auch die Mona Lisa des Pop. Ein Augenzeugenbericht darüber, was bei der legendären Aladdin-Sane-Sitzung geschehen ist.

Tony Visconti im Gespräch mit Marc Krebs
«David ist ein Gentleman alter Schule. Er verliert nie die Fassung» 
Tony Visconti produzierte die erste und die letzte Platte von David Bowie. 2003 lobt er im Du-Gespräch die neuen digitalen Studiotechniken und bedauert, dass er die Platte Honky Dory nicht selbst produziert hat. 

Sukhdev Sandhu
Wenigstens versucht einer, ein Renaissance-Mensch zu sein
Bowie, der Versatzstücksammler. Erst seine Flirts mit der Hochkultur machten ihn als Trivialkünstler ernsthaft interessant.

Mick Rock 
«Fotografieren war damals nicht so eine bedeutende Sache»
1972 und 1973 war Mick Rock der offizielle Fotograf von David Bowie, von ihm stammen die ikonischen Bilder aus diesen beiden wegweisenden Jahren. Mick Rock erzählt von seinen Erfahrungen mit dem damals angehenden Weltstar.

Ulf Poschardt
Der Bearleener
Berlin hat in den letzten hundert Jahren mit seinen Umbrüchen, Niedergängen und Aufschwüngen immer wieder Künstler aus der ganzen Welt angezogen. Auch David Bowie war da. 

Andrian Kreye
Kleiner Mann mit teuren Hosen
In der Regel endet die Begegnung mit einem Mythos ent­täuschend. Als der Du-Reporter 2003 in New York auf David Bowie wartet, rechnet er daher mit allem, bloss nicht mit einer angenehmen Begegnung.

Jean-Martin Büttner
In der Küche grinst der Pierrot
Bowie, die Kunstfigur. Wer verbirgt sich dahinter? Falsche Frage. Nur die Antworten sind von Bedeutung.

Pauline Kael
Bemerkungen zu neuen Helden, Sitten und Zuschauern
Originaltext der grossen Filmkritikerin aus dem New Yorker vom 8. November 1976 über The Man Who Fell to Earth.

Die Studioalben – Leben und Werk

  Du 864 | März 2016 | David Bowie – 1947–2016

David Bowie

1947–2016

Mr. Showman

Von Oliver Prange

David Bowie starb am 10. Januar 2016, zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag und der Veröffentlichung seines letzten Albums Blackstar. «Er war der begabte Musiker, der zeitlebens mit der Inbrunst kämpfte, mit der Naturgewalt einer Musik, für die er eigentlich zu intellek­tuell war», schreibt Autor Andrian Kreye. Im Jahr 2003 stellte das damalige Du-Team unter Chefredaktor Christian Seiler, Art-Director Wendelin Hess und Beat Müller sowie Bildredaktor Andreas Wellnitz eine David-Bowie-Ausgabe mit 22 verschiedenen Titelbildern (Seite 4/5) zusammen, weil es ihnen unmög­lich war, den Popstar mit nur einem exemplarischen Foto zu zeigen. Das Heft ist seit Langem vergriffen. Wir legen es heute neu auf, aktua­lisiert und neu gestaltet. Andrian Kreye besuchte Bowie damals im New Yorker Viertel SoHo, im 60 Thompson, jenem New Yorker Hotel, in dem New Yorker absteigen würden, wenn sie nicht in New York lebten. «Es war nicht leicht, Bowie an diesem Nachmittag auf Gesprächskurs zu halten. Reportergeschichten aus Krisenländern fand er interessanter als seine eigenen. Es ging dann um Kunst. Um den Nahen Osten.» Bowie öffnete die Türe zur Suite selbst. Er trug Turnschuhe, eine knittrige, olivgrüne Hose, ein ausgewaschenes schwarzes T-Shirt. Mit seinem drahtigen Yogakörper federte er durch den Raum. «Das Gespräch driftete ständig zu seiner zweiten Leidenschaft, der Kunst», schreibt Kreye. Er erzählte von Meret Oppenheim, Balthus, Clive Barnes und Matthew Barney. Dann wurde Bowie krank. In seinen letzten Jahren trat er nur noch selten auf. Ein paar wenige öffentliche Auftritte hatte er noch bis 2007. Er erschien nicht einmal mehr zur Eröffnung der grossen Ausstellung über ihn im Victoria and Albert Museum. Trotzdem blieb er kreativ. Am 8. Januar dieses Jahres erschien das neue Album Blackstar, das er mit New Yorker Jazzmusikern aufgenommen hatte. Der Videoclip zu Lazarus wurde veröffentlicht. «Look up here, I’m in heaven», sang Bowie zu Beginn des Songs, in einem Totenbett liegend. Tage später erreichte Blackstar als erstes Bowie-Album überhaupt den Spitzenplatz der amerikanischen Billboard 200 Charts. Weltstars wie Madonna oder Bruce Springsteen zollten Bowie an Konzerten oder, so etwa Kate Bush, in öffentlichen Nachrufen Tribut. Und in Belgien widmeten Astronomen Bowie eine eigene Sternenkonstellation. Diese zeichnet den Blitz nach, mit dem sich Bowie auf dem Album Aladdin Sane verewigt hat. «Mr. Showman», wie er sich selbst gern mit Ironie nannte, leuchtet weiterhin am Pop-Firmament.