Zurück zur Übersicht

Du 860 | Oktober 2015

Hodler, Anker, Giacometti

Meisterwerke der Sammlung Christoph Blocher

 
Abonnieren

ISBN:
978-3-905931-56-3
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-
Status:
an Lager


Probe Lesen

William Hauptman
Die Sammlung Christoph Blocher: ein Panorama
Nur wenige private Kunstsammlungen besitzen die Qualität wie diejenige von Christoph Blocher, deren zentrale Künstler eindrucksvoll den Übergang vom Naturalismus des späten 19. Jahrhunderts in die Moderne des frühen 20. Jahrhunderts aufzeigen.

Christoph Blocher im Gespräch mit Oliver Prange
«Ich dachte nie an eine Sammlung. Nur an Bilder»
Im Gespräch mit Du-Chef Oliver Prange schildert Blocher seine Liebe zur Kunst, seine Strategien beim Ankauf der Werke und warum es zu seinem 75. Geburtstag zum ersten Mal eine öffentliche Ausstellung seiner privaten Sammlung gibt.

Marc Fehlmann
Das Vertrauen in die Macht der Kunst
Eine genauere Analyse der Sammlung Blocher zeigt, dass hier mit sicherem Urteil und leidenschaftlichem Engagement ein überzeugender Zugang zur Schweizer Kunst der vorletzten Jahrhundertwende gefunden wurde.

Reiner Eichenberger
Der Kompromiss als Sprungfeder für die Konfrontation
In der neuen Deutung des Phänomens Blocher wird der Politiker nicht aus seiner Person oder seiner Botschaft heraus erklärt, sondern aus den realpolitischen Strukturen der Schweiz.

  Du 860 | Oktober 2015 | Hodler, Anker, Giacometti – Meisterwerke der Sammlung Christoph Blocher

Hodler, Anker, Giacometti

Meisterwerke der Sammlung Christoph Blocher

«Siehe, die Erde ist nicht verdammt»

Im Elternhaus hing über dem Klavier ein Genfersee-Gemälde von Hodler, ein Druck. Es blieb in Christoph Blochers Gedächtnis haften. Viele Jahre später, am 14. November 1979, kaufte er an einer Auktion  bei Sotheby’s in Zürich sein erstes Bild, eine Originalzeichnung von Albert Anker, für 3000 Franken. Er fand, das sei ein Vermögen. Ab 1985 setzte er sich intensiv mit Schweizer Kunst um 1900 auseinander. Das Resultat ist eine bedeutende Sammlung mit mehreren hundert Bildern von Albert Anker und Ferdinand Hodler, aber auch von Giovanni Giacometti, Giovanni Segantini, Adolf Dietrich und anderen Künstlern dieser Zeit. Marc Fehlmann, Chef des Museums Oskar Reinhart in Winterthur, meint, Blocher habe die bedeutendste Privatsammlung Schweizer Künstler des 19. Jahrhunderts. Dabei dachte dieser nie an eine Sammlung, nur an Bilder. Er wollte sie jeden Tag anschauen können. Seit zwanzig Jahren hängt in seinem Esszimmer Ankers Schulspaziergang (S. 20). Oft steht Blocher nachts auf, um seine Bilder zu betrachten. Auch wenn die Zeichen in seiner unternehmerischen und politischen Arbeit auf Sturm stehen, betrachtet er sie. 
Anker schrieb einem Freund, er wolle zeigen: «Siehe, die Erde ist nicht verdammt.» Auch wenn es noch so schlecht gehe. Von Hodler sammelt Blocher vor allem dessen Berge. Auch sie sind Symbole der Beständigkeit. Er empfindet bei Hodler ähnlich wie bei Anker. Der Berg steht und bleibt, auch er ist nicht verdammt. Die Welt ist nie verloren, nichts kann hinausfallen, alles wird nur umgewandelt. Das entsteht ohne unser Dazutun, entzieht sich unserem Einfluss, ist Schicksal. All das sieht Blocher in seinen Bildern. Die Schönheit des Lebens. Sie führen ihn von den Dringlichkeiten des Alltags zurück in die Wirklichkeit. Ein Anker-Kind sei so etwas Schönes. Es zeige, alles sei relativ. Daraus schöpft Blocher Kraft. Naturverbundenheit, ästhetische Sensibilität, Entschlusskraft, Freude und Disziplin haben zu dieser Sammlung geführt. 
Die Meisterwerke der Sammlung Christoph Blocher sind zu sehen im Museum Oskar Reinhart in Winterthur vom 11. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016.