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Du 908 | September 2021
Amazônia – Sebastião Salgado
ISBN:
978-3-907315-07-1
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

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Inhalt Du 908

Sebastião Salgado im Gespräch mit Oliver Prange
«Im Regenwald geschieht alles in Slow Motion»
Sebastião Salgados Reisen zu den Völkern des Amazonasgebietes sind breit angelegte Expeditionen. Im folgenden Gespräch erklärt er, wie diese vorbereitet werden, wie er und sein Team im Regenwald leben und warum die Politik des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro nicht die grösste Bedrohung für den Wald und seine Bewohner ist. 

Sebastião Salgado
An der letzten Grenze
In den letzten Jahrzehnten unternahm Sebastião Salgado zahlreiche Reisen in den Amazonas-Regenwald. Er traf dort auf Völker, die ihn zutiefst beeindruckten. Die Indigenen leben so anders als er und wir, mit eigenen Ritualen und besonderem Verhältnis zur Welt. Und dann sind sie uns wieder sehr ähnlich. Von einigen dieser Begegnungen erzählt er hier.

Leão Serva
Mit dem Grashüpfer ins Paradies
Im Jahr 2009 lebte Sebastião Salgado für zwei Monate mit den Zo’é. Er traf auf ein Volk, das erstaunliche Vorstellungen von den Zyklen des Lebens hat und in engen Beziehungen zu den Tieren des Waldes lebt.

Leão Serva
Dem Ende nahe?
Der Amazonas-Regenwald ist für die Ökosysteme in ganz Südamerika von unschätzbarer Bedeutung. Er sorgt durch seine «fliegenden Flüsse» für Regen, Feuchtigkeit und Kühle. Sebastião Salgado hat sie als Erster auf seinen Bildern festgehalten. Doch diese Flüsse drohen zu versiegen.


  Du 908 | September 2021 | Amazônia – Sebastião Salgado

Amazônia – Sebastião Salgado

Im letzten Jahrzehnt verbrachte Sebastião Salgado viel Zeit im Amazonasgebiet. Er bereiste dessen Flüsse und die dichten Dschungel, überflog Gebirgsketten per Helikopter. Seine ersten Kontakte mit indigenen Völkern gehen aber schon auf die 1980er-Jahre zurück. Er lebte unter den Menschen, die in kleinen Gemeinschaften über den grössten tropischen Regenwald der Welt verstreut existieren. Ihr Leben hat sich im Wesentlichen seit Tausenden von Jahren kaum verändert. Salgado erklärt: «Die indigenen Völker Amerikas sind Nachkommen der Einwanderer, die während der letzten Eiszeit vor etwa 20 000 Jahren von Asien aus die Beringstrasse überquerten. Mit der Ankunft der europäischen Konquistadoren und Kolonisatoren im 16. Jahrhundert wurde ihre Zahl durch die von diesen Fremden eingeschleppten Krankheiten und durch Kriege dezimiert.» Das Amazonasgebiet erstreckt sich über neun südamerikanische Länder, wobei mehr als 60 Prozent des Regenwaldes in Brasilien liegen. Die Bevölkerung dieser Region wurde im Jahr 1500, als portugiesische Seefahrer in Brasilien landeten, auf etwa 5 Millionen geschätzt. Heute leben in einem Gebiet, das mehr als achtmal so gross ist wie Frankreich, nur noch 370 000 Indigene. Sie gehören 188 Völkern an und sprechen rund 150 verschiedene Sprachen. Weitere 114 Völker wurden identifiziert, aber bislang nicht kontaktiert. Bedroht werden diese Völker durch die Abholzung riesiger Teile des Amazonas-Regenwaldes. Es soll Platz für Viehzucht und Sojaanbau geschaffen werden. Hierfür werden die Wälder in Brand gesetzt, was einen überaus negativen Einfluss auf das Klima hat. Sebastião Salgado möchte mit seinen Bildern einen Beitrag zum Schutz des Waldes und der Menschen, die in und mit ihm leben, leisten. Diese Du-Ausgabe zeigt einen kleinen Ausschnitt seines ausserordentlichen neuen Werks Amazônia. Das gleichnamige Buch ist 2021 im Taschen-Verlag erschienen. Sebastião Salgado hat es den indigenen Völkern des brasilianischen Amazonasgebietes gewidmet.