Du 870 | Oktober 2016
Kunst und Kultur in Liechtenstein
ISBN:
978-3-905931-66-2
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

Status:
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Inhalt Du 870

Jan Brandt
Grosse Kunst im kleinen Staat
Alles andere als provinziell: Die Kulturlandschaft des Fürstentums Liechtenstein ist erstaunlich vielfältig, welthaltig und grenzenlos.

Cornelia Wieczorek
Die Quadratur eines Lebens: ein Regierungsrat, der Kunst erschafft
Vor einigen Monaten feierte Georg Malin den neunzigsten Geburtstag in einem überaus erfüllten Leben. 

Hanny Frick im Gespräch mit Oliver Prange
«Entweder bewegt mich etwas – oder eben nicht»
Ihr Vater schickte sie zu einem Pfarrer, der ihr das Malen beibringen sollte. Doch anstatt Bilder selbst herzustellen, entschied sich Hanny Frick dafür, sie lieber zu sammeln. 

Friedemann Malsch
Die Kunst, Schwerpunkte zu setzen
Die Sammlung bildet nicht nur die Basis für ein Kunst­museum,    sondern verschafft ihm erst ein klares Profil. Dafür braucht es keine enzyklopädische Breite, sondern genau gesetzte Schwerpunkte, die in die Tiefe gehen. 

Lisa Zeitz
Die Würfel sind gefallen
Der eine hoch und weiss, der andere schwarz und breit: Zwei klar konturierte Kuben setzen an der Kulturmeile der Landeshauptstadt einen grossstädtischen Akzent. 

Friedemann Malsch
Zwischen Gestik und Geometrie
Die Geschichte des privaten Kunstsammelns begann in     Liechtenstein verhältnismässig spät, erst vor rund sechzig Jahren. Seitdem ist viel passiert. Mit besonderer Dynamik entwickelt hat sich in den letzten Jahren die Sammlung von Veronika und Peter Monauni.

Dagmar Streckel
Wenn Strickmuster ausser Kontrolle geraten –    die widerständige Kunst der A. M. Jehle
Ob Kunst von einer Künstlerin oder einem Künstler hergestellt ist, macht einen grossen Unterschied. Diese Differenz prägt das Werk von Anne Marie Jehle, die einen surrealen Kosmos weiblicher Weltsichten entworfen hat.

Martin Frommelt im Gespräch mit Oliver Prange
«Eine Phase ist zu Ende, wenn ich merke, dass das, was ich zu sagen vermag, nun gesagt ist»
Martin Frommelt ist ein Künstler, der sich die Zeit nimmt, die seine Kunst braucht. Seine drei grossen grafischen Zyklen     entstanden in jeweils zehn Jahren. Zurzeit beschäftigt er sich intensiv mit der Malerei.

Friedemann Malsch
Architektur, Religion, Alltag – der Künstler Martin Frommelt

Fredy Vogt
«Kunst bedeutet Kreativität, Ästhetik und Inspiration»
Dass Kunst und Bankgeschäft sich im Alltag ideal ergänzen können, hat die VP Bank in Liechtenstein schon vor vielen Jahren erkannt.

Peter Goop im Gespräch mit Janine Köpfli
«Es macht Freude, sich zu engagieren!»
Liechtenstein ist bekannt für sein breites Kulturangebot. Dies ist nur möglich dank des Engagements zahlreicher Stiftungen.

Visarte: 13 Künstler/-innen
Der Berufsverband der bildenden Künstlerinnen und Künstler Liechtensteins hat 2015 mit der ersten Triennale einer Reihe von Mitgliedern die Gelegenheit geboten, ihre Arbeiten in sechs Gemeinden des Landes zu zeigen. Hier sind die Werke von dreizehn ausgewählten Kunstschaffenden zu sehen.

Otmar Hasler und Drazen Domjanic im Gespräch mit Janine Köpfli
Kulturbotschafter für das Land
In nur fünf Jahren hat es die Internationale Musikakademie in Liechtenstein weltweit zu grosser Bekanntheit in der Musikszene gebracht.

Aurelia Frick im Gespräch mit Oliver Prange
«Jeder Mensch soll ohne Hemmung ein Museum, ein Konzert oder ein Theaterstück besuchen»
Die Liechtensteiner Kulturchefin muss nur aus dem Fenster sehen, damit ihr Blick über Grenzen geht. Du hat Aurelia Frick in ihrem Büro besucht und sie nach den Horizonten der Liechtensteiner Kunstwelt befragt.

Die kommunalen Kulturhäuser in Liechtenstein

Reinhold Baumstark
Das Haus Liechtenstein
Im deutschsprachigen Raum hat es keinen Platz mehr für Monarchien, nur im kleinen Liechtenstein hat die Monarchie einen langen Atem: Hier nimmt der Fürst eine gewichtige Stellung im Staat ein. Die Geschichte der Liechtensteiner Monarchie geht zurück bis ins 12. Jahrhundert.

Klaus Albrecht Schröder
Die Sammlung Batliner: von der Leidenschaft und dem Ethos des Sammelns 
Fast fünfhundert Gemälde umfasst inzwischen die Sammlung, die das Ehepaar Herbert und Rita Batliner seit den Fünfzigerjahren zusammengetragen hat – nicht als Wertanlage, wie sie betonen, sondern als geistig-ästhetische Bereicherung.


  Du 870 | Oktober 2016 | Kunst und Kultur in Liechtenstein

Kunst und Kultur in Liechtenstein

Das Fürstentum Liechtenstein ist mit rund 37 000 Einwohnern ein sehr kleines Land. Und doch ist es in Kunst und Kultur höchst aktiv. Rund 3000 Menschen engagieren sich kulturell – in Vereinen und Verbänden, als Dirigenten und Sängerinnen, Komponistinnen und Musi­ker, Choreografen und Tänzerinnen, Laiendarsteller und Schauspielerinnen, Malerinnen und Schriftsteller.
Das Kunstmuseum, ein breiter schwarzer Kubus im Herzen von Vaduz, enthält den modernen Schatz des Landes: internationale Kunst – Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck, klaustrophobische ­Installationen des israelischen Künstlers Absalon, Schachteln von Marcel Duchamp, Videos von William Kentridge, Filzanzüge von ­Joseph Beuys und Stickbilder des Liechtensteiner Textilkünstlers Ferdi­nand Nigg. Vor einem Jahr erst wurde ein Neubau eröffnet, ein hoher weis­ser Kubus, der unterirdisch mit dem schwarzen verbunden ist. Hier befinden sich die Werke der Hilti Art Foundation, darunter bedeutende von Gauguin oder Picasso, Kirchner, Klee und Beckmann.
Liechtenstein war vor hundert Jahren jedoch ein armes Land. Der Aufschwung kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg, und zwar nicht wegen des Finanzwesens, sondern wegen der Industrie und des Gewerbes, die vierzig Prozent der Arbeitsplätze ausmachen. 
Die Geschichte des privaten Kunstsammelns begann in Liechtenstein verhältnismässig spät, erst vor rund sechzig Jahren. Seitdem ist viel passiert. Du hat Peter Monauni und Hanny Frick besucht, deren Sammlungen sich mit besonderer Dynamik entwickelt haben. Du hat auch mit Professor Herbert Batliner gesprochen, der sogar eine der grössten privaten Sammlungen Europas gebildet hat, die in der Wiener Albertina ausgestellt ist, darunter bedeutende Werke von Chagall, Picasso, Giacometti und aus Expressionismus, Kubismus, russischer Avantgarde, Surrealismus.
Du hat mit dem Künstler Martin Frommelt gesprochen, der für die Kunstentwicklung in Liechtenstein sowie für das Kunstverständnis in diesem Land von herausragender Bedeutung ist. Zudem werden einige jüngere aktive Künstler vorgestellt. 
Eine Entdeckung ist die Liechtensteinerin Anne Marie Jehle, die im Jahr 2000 in Vaduz verstarb. Die Objektkünstlerin, Installa­tions­künstlerin, Zeichnerin, Fotografin und Malerin hatte Ende der Sechzigerjahre Kontakte zur internationalen Kunstszene, zur Fluxus-­Bewegung und zu den Nouveaux Réalistes. Im künstlerischen Nachlass befinden sich bis dato 1628 Werke. 
Nicht nur in der Kunst, auch in der Musik hat Liechtenstein einiges zu bieten. In nur wenigen Jahren hat es die Internationale Musikakademie zu grosser Bekanntheit in der Musikszene weltweit gebracht. Die Leistung der Stipendiaten ist beachtlich. Otmar Hasler, Präsident des Stiftungsrates, und Geschäftsführer Drazen Domjanic verraten das Erfolgsgeheimnis. 
Das Fürstentum Liechtenstein ist die einzige überlebende Monarchie im deutschen Sprachraum. Die Geschichte des Hauses Liechtenstein setzt ein mit dem mächtigen Burgbau des 12. Jahrhunderts, südlich von Wien bei Maria Enzersdorf gelegen. Auf einem hohen, schmal geformten Kalkfelsen staffelt sich die Anlage steil aufragend und weithin sichtbar als der «lichte Stein». Dies ist der Stammsitz des Hauses, von ihm leitet sich der Name ab. Die Fürstlichen Kunstsammlungen gehören zu den schönsten und bedeutendsten Sammlungen der Welt. Sie sind zu sehen im Kunstmuseum Bern vom 12. November 2016 bis 19. März 2017.
Die Redaktion und Peter Schürmann, der dieses Heft konzeptuell und redaktionell begleitet hat, bedanken sich herzlich bei ­jenen Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern, die mit Sachkenntnis und Engagement diese Ausgabe des Du ermöglicht haben.