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Du 897 | Dezember/Januar 2019
Arbeit im digitalen Wandel
ISBN:
978-3-905931-96-9
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

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Inhalt Du 897

Daniel Hug
Verloren und gewonnen
Bis 2030 soll in der Schweiz eine Million Jobs wegfallen. Das klingt allerdings dramatischer, als es ist. Sagen zumindest Arbeitsmarktexperten. 

Jennifer Brook und Brennan Jacoby im Gespräch mit Simona Boscardin
Letzte Ausflucht: Teamarbeit
Einfache Arbeiten werden bald von Maschinen übernommen, komplexere könnten folgen. Der entscheidende Vorteil des Menschen ist allerdings seine Fähigkeit zur Kooperation. Wie die Arbeit im Team am besten gelingt, haben Jennifer Brook und Brennan Jacoby untersucht.

Esko Kilpi
Von ihr zu wir
Die Menschheit hat Technologien entwickelt, die einen unglaublichen Zuwachs an Macht bedeuteten. Wir haben sie verwendet, um die Natur zum Untertan zu machen und den Wohlstand zu mehren. Nur: Wie diese Technologien zum Wohl aller eingesetzt werden können, haben wir nie gelernt. 
Es wird Zeit, umzudenken.

Nathalie Bourquenoud im Gespräch mit Oliver Prange
«Die Mauern sind gefallen, physisch und kulturell»
Nathalie Bourquenoud ist Leiterin Human Development bei der Mobiliar. Sie ist dafür verantwortlich, die Mitarbeitenden des Unternehmens beim Übergang zum digital geprägten Arbeiten zu begleiten. Dafür müssen viele Dinge neu gedacht und gemacht werden. Welche, erklärt sie im Interview. 

Thomas Trachsler im Gespräch mit Oliver Prange
«Sozialkompetenz folgt keiner Null-eins-Logik»
Unsere Arbeit verändert sich immer weiter, wird anders organisiert, erfordert neue Kompetenzen. Das stellt Unternehmen vor völlig neue Herausforderungen. Davon berichtet der Chief Operating Officer der Mobiliar, Thomas Trachsler, der das traditionelle Versicherungsgeschäft für die Zukunft aufstellt.

Jakob von Lindern
Eine neue Sprache
Lesen, Rechnen und Coden: Müssen wir programmieren lernen? Vielleicht nicht. Aber wir sollten verstehen, wie Computer funktionieren. 

Sam Aaron im Gespräch mit Ute Noll
«Man muss lernen, wie man Dinge erzeugt, statt sie nur zu konsumieren»
Der Wissenschaftler und Musiker Sam Aaron hat das Programm Sonic Pi entwickelt. Damit kann man Klänge aus Codes erzeugen und diese zu eigenen Beats und Sounds komponieren. Gleichzeitig erlernt man die Basis einer neuen Kulturtechnik: Coden oder Programmieren. Das ist für Schüler, Lehrer und für uns alle wichtig. 

Henry A. Kissinger, Eric Schmidt, Daniel Huttenlocher
Mehr als intelligent
Künstliche Intelligenz lernt mittlerweile, Probleme und Aufgaben selbstständig zu lösen. Und zwar nicht selten auf völlig andere Art und Weise als der Mensch. In welcher Wirklichkeit bewegt sich künstliche Intelligenz? Können wir diese jemals erfassen? Und was bedeutet das für unsere Zukunft?

David Young im Gespräch mit Michael Reisch
«Ich zögere nicht, zu sagen, dass ich der Künstler bin»
David Young entwickelt seine Bilder mithilfe einer künstlichen Intelligenz. Dabei entstehen überraschend diffizile Arbeiten, und es stellt sich die Frage, ob KI mehr als ein blosses Werkzeug ist. 

Ulrich Schnabel
Was dem Menschen übrig bleibt
Wird künstliche Intelligenz uns überflügeln und uns alle Entscheidungen und Arbeit abnehmen? Oder doch nur einfache Arbeiten übernehmen können? Die Prognosen widersprechen sich, wie die Frage nach dem Schicksal der Menschheit bei verschiedenen KI-Experten zeigt. 

Milosz Matuschek
Das Betriebssystem der neuen Welt
Kryptowährungen haben den Ruf, unseriös zu sein. Doch die Blockchain-Technik dahinter könnte viele Bereiche 
unseres Lebens grundsätzlich verändern. Vom Bankwesen bis zum Vertragsrecht. 

Philip Kovce im Gespräch mit Linus Schöpfer
«Das Grundeinkommen versöhnt den rechten Verstand mit dem linken Gemüt»
In den Debatten über die Zukunft der Arbeit fällt auch immer wieder der Begriff des bedingungslosen Grundeinkommens. Es gilt vielen als zeitgemässe Form der sozialen Absicherung. Doch stimmt das?

Yuval Noah Harari im Gespräch mit Peter Unfried
Wird der Mensch irrelevant?
Wenn es derzeit um die grossen Fragen der Menschheit geht, wird Yuval Harari zurate gezogen. Er hat in seinen Büchern die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf Arbeit, Politik und Wirtschaft analysiert. Wie es wirklich werden wird, weiss er natürlich auch nicht. Aber es gibt Anhaltspunkte, die er in diesem Gespräch erläutert. 

Max de Esteban im Gespräch mit Ute Noll
«Wir wandern auf Wegen, von denen wir nicht wissen, wohin sie uns führen»
Der Künstler Max de Esteban beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Fragen der Gegenwart. Etwa mit den Auswirkungen des Finanzkapitalismus oder mit den Umwälzungen durch das Voranschreiten der künstlichen Intelligenz. Im Interview spricht er über die Frage, was Kunst heute leisten muss. 


  Du 897 | Dezember/Januar 2019 | Arbeit im digitalen Wandel

Arbeit im digitalen Wandel

Arbeit im digitalen Wandel

Von Oliver Prange

Die Menschen werden künftig immer stärker durch künstliche Intelligenz, Big Data und Virtual Reality in ihren Lebensumständen beeinflusst. Ob bei der Arbeit oder zu Hause, ob unterwegs, in der Freizeit oder in den Fabriken, ob in Energie-, Transport- oder Gesundheitssystemen, industrieller Fertigung, Medien und auch Kunst: Überall werden uns intelligente Maschinen begegnen, sie werden uns unter die Arme greifen und intellektuell herausfordern, sie werden Gesellschaftssysteme verändern und neue Sicherheitsfragen aufwerfen – und sie werden den Kern unseres Selbstverständnisses treffen, uns neu darüber nachdenken lassen, wer wir Menschen sind und was unsere Bestimmung ist. 
Wohin wird diese Entwicklung führen? Wie immer sind Disruptionen Segen und Fluch zugleich. Das neue Maschinenzeitalter bringt erhebliche Verbesserungen bei der Qualität von Produkten und öffentlichen Dienstleistungen, wobei die Kosten für Alltagsgüter wie Transport und Energie stark sinken. Selbstfahrende Autos verursachen weniger Unfälle. Die künstliche Intelligenz wird viele Wunder vollbringen. 
Doch was machen die Menschen, wenn Roboter ihre Arbeit übernehmen, besser und billiger sind? Noch einschneidender: Was passiert, wenn Roboter durch Deep Learning eine Art Bewusstsein erhalten? Bekommen sie dann auch Rechte wie Menschen?
In dieser Du-Ausgabe zeichnen wir die Szenarien auf und zeigen, wie Unternehmen darauf reagieren, hier am Beispiel der schweizerischen Mobiliar, die dabei ist, die gesamte Versicherungsgesellschaft umzustellen, weg von einer Top-down-Führung, hin zu einer agilen Organisation. Derlei technologische und ökonomische Umwälzungen hat es immer wieder gegeben, jedes Mal befürchtete man den Verlust von Arbeitsplätzen, und den gab es auch. Doch die Entwicklungen führten auch zu neuen Jobs, nur anderen als vorher. Sie entstehen voraussichtlich direkt im Technologiebereich, im Umfeld von Hardware und Software. Die Aufgabe von Politik und Gesellschaft ist es nun, die kommenden tektonischen Verschiebungen in Frieden zu meistern.