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Du 883 | April/Mai 2018
Geheimnisse

Warum das Verborgene für uns wichtig ist

ISBN:
978-3-905931-82-2
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

Status:
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Inhalt Du 883

Tabea Buri
Verhüllte Wirklichkeit
Geheimnisse verbinden Menschen und grenzen andere aus. Sie formen auf verborgene Weise, wie wir miteinander leben, sprechen und uns lieben. 

Benedikt Sarreiter
Unter den Augen der Öffentlichkeit
Verborgene Räume und Rückzugsorte schützen Geheimnisse. Das Konzept der Privatheit erscheint uns als wesentliches und nötiges Gut der Menschen. Seine Geschichte ist aber erstaunlich jung. 

Josh Begley und Jeremy Scahill | Bilder Robert Voit 
Bis ins Innerste 
Smartphones sind nicht nur Kommunikationswerkzeuge, sondern auch der Hort intimster Dinge: Fotos, Liebesnachrichten, Kontoinformationen. Geheimdienste stahlen die Schlüssel zu diesem Hort und besitzen sie bis heute. 

David Kushner
Jenseits der Kontrolle
Es gibt ein globales Netzwerk, das sich jeglicher Überwachung entzieht. Das Darknet. Zufluchtsort für Verfolgte, aber auch Paradies für Kriminelle. Und deswegen umstritten. Hier entscheidet sich, ob es in der digitalen Welt noch Geheimnisse geben darf oder nicht. 

Alberto Venzago im Gespräch mit Ute Noll
«Man kann da nicht einfach reinknallen und anfangen, mit der Leica Bilder zu schiessen»
Über fünf Jahre hinweg begleitete der Schweizer Fotograf Alberto Venzago eine Gang der Yakuza, der japanischen Mafia. Er beobachtete sie in ihren Privatgemächern, in der Badewanne und beim Pinkeln auf der Autobahn. 

Peter Hessler | Bilder Alberto Venzago
In den dunklen Fugen der Gesellschaft
Keine Industrienation ist derart von Geheimorganisationen unterwandert wie Japan. Die Yakuza ziehen die Fäden im Hintergrund und leben nach seltsamen Ritualen. Kaum einer kennt sie so gut wie der amerikanische Reporter Jake Adelstein oder der Fotograf Alberto Venzago. 

Portfolio Berthold Steinhilber

Benedict Carey | Bilder Katharina Bosse
Und im Verborgenen lauert das wahre Ich
Viele Menschen mögen es, für eine gewisse Zeit eine andere Identität anzunehmen. Manche können damit nicht mehr aufhören und verlieren sich. Von Doppelleben und Krisen des Selbst.  


Sandra Konrad im Gespräch mit Maria Kirady und Claus Peter Simon
«Die Ängste der Eltern schleichen sich in die Gefühlswelt der Kinder ein»
Nirgends sind Geheimnisse so gut aufgehoben wie im Kreis der Familie. Denn dort wird oft geschwiegen, vor allem wenn das Vergangene düster ist. Warum das nicht gut ist und über Generationen hinweg belastend sein kann, erklärt die Psychologin Sandra Konrad.


  Du 883 | April/Mai 2018 | Geheimnisse – Warum das Verborgene für uns wichtig ist

Geheimnisse

Warum das Verborgene für uns wichtig ist

Von Privatheit und Geheimnissen

Von Oliver Prange

Menschen brauchen einen emotionalen Rückzugsort. Einen Ort der Entspannung und des Loslassen-Könnens. Privatheit. Um sich entfalten zu können, um sich selbst zu erfahren. Menschen haben aber auch Geheimnisse, um sich Vorteile zu verschaffen. Geheimnisse sind immer exklusiv. Wer in ein Geheimnis eingeweiht ist, hat eine Vormachtstellung, gibt dieses als Meister allenfalls weiter an einen exklusiven Kreis. Damit die Vormachtstellung erhalten bleibt, vielleicht sogar von Generation zu Generation. Im digitalen Zeitalter geraten private oder geheime Dinge in Gefahr, schnell an die Öffentlichkeit zu kommen. Indem man sich selbst freiwillig auf sozialen Medien preisgibt, oder indem etwa Wikileaks Tausende Geheimdokumente veröffentlicht. Der beste Profiler ist heute Big Data. Man muss sich fragen: Soll ich das Bild meines Kindes posten? Oder meinen Lebenslauf elektronisch verschicken? Darf ich vertrauliche Informationen per E-Mail verschicken? Soll ich meinen Puls per Smartwatch kontinuierlich messen? Ist es aus Sicherheitsgründen wünschenswert, wenn uns der Staat permanent überwacht, etwa durch Kameras, oder sogar schädlich, weil er uns dadurch kontrolliert? Du erörtert in dieser Ausgabe heutige Facetten von Privatheit und Geheimnissen. Wir berichten, wie Geheimdienste Verschlüsselungscodes von SIM-Karten des grössten Herstellers gestohlen haben und damit die Mobilfunkkommunikation von Milliarden Menschen in 85 Ländern überwachen können. Wir berichten vom Darknet, dem Zufluchtsort für Verfolgte, das auch ein Paradies für Kriminelle ist. Wir berichten von der Yakuza – keine Industrienation ist derart von Geheimorganisationen unterwandert wie Japan. Und wir berichten aus dem Leben des intimsten Geheimverbunds, der Familie. All diese Geschichten zeigen, wie unser Leben von Geheimnissen durchdrungen ist. Sie formen unsere soziale Ordnung. Was wären wir ohne sie?