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Du 918 | Dezember 2022
Georg Gerster
ISBN:
978-3-907315-17-0
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

Status:
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Inhalt Du 918

Georg Gerster
Augengold mit falschem Glanz?
Ein Vorwurf an die Luftbildfotografie wiederholt sich: Die Bilder seien schön, nein zu schön, verdeckten die Konflikte und das Leid am Boden. Sie hätten einfach keine gesellschaftliche Relevanz. Eine Antwort auf diese Kritik.

Anita Calonder Gerster im Gespräch mit Oliver Prange
«Es gab für ihn bei seiner Arbeit keine Schranken, er lief durch Wände, überall»
Georg Gerster trieb seine Neugier, seine Suche nach den Schönheiten der Erde, sein Interesse für alte und neue Kulturen in die Ferne. Dafür nahm er Gefahren auf sich und scheute keinen Aufwand. Seine Ehefrau Anita Calonder Gerster erinnert sich an einen Universalgelehrten, der mit Worten genauso gut umgehen konnte wie mit der Kamera und eine spezielle Gabe für den richtigen Moment hatte.

Anya von Schweinitz-Calonder im Gespräch mit Oliver Prange
Bilder mit Geschichte
Das Estate Georg Gerster bewahrt das riesige Archiv des Fotografen und macht es der Öffentlichkeit zugänglich. Seine Tochter Anya von Schweinitz-Calonder ist Direktorin des Estate und führt es in die Zukunft. Eine erfüllende wie herausfordernde Aufgabe. 

Daniele Muscionico
Der Schatten des fliegenden Vogels
Georg Gerster hielt in seinen Bildern zahlreiche Kulturschätze Irans fest. Im Land selbst wird seine Arbeit bis heute verehrt. Zum Anlass einer grossen Ausstellung 2016 im Iran traf Daniele Muscionico den Pionier Gerster in Zumikon


  Du 918 | Dezember 2022 | Georg Gerster

Georg Gerster

Die Welt von oben

Von Oliver Prange

In den 1950er- und 1960er-Jahren leistete der Schweizer Georg Gerster (1928 bis 2019) Pionierarbeit in der Luftbildfotografie. Er entdeckte die Welt von oben neu, er war ein Denker mit Scharfblick, der den Dingen auf den Grund ging. Seine erste Leidenschaft war aber das Schreiben. Gerster war ein hervorragender Autor und lange wissenschaftlicher Redaktor bei der Weltwoche. Erst später kam zu seiner Sprachkunst auch das Fotografieren hinzu. Aus der Not heraus: Zu seinen journalistischen Texten fehlten Fotos, die seinem Anspruch genügten. Er brachte sich das Fotografieren selbst bei und reiste von da an rund um die Welt, um Länder, Menschen, Kulturen und Landschaften zu dokumentieren. Seine Reisen führten ihn oft an Orte, die anderen verborgen blieben. So begleitete er etwa die erste Apollo-Mondlandung der Nasa 1969 in Cape Canaveral – journalistisch wie fotografisch. Einige Bilder sind in dieser Du-Ausgabe zu sehen. Georg Gerster liess sich selten von den Umständen abhalten, um seine Fotos machen zu können. Er war durchsetzungsstark und scheute keine Risiken, lehnte sich weit aus Flugzeugen durch die Öffnung der immer entfernten Tür, damit er freie Sicht hatte. So war es auch bei seinem ersten Foto­flug 1963 im Sudan, wo er Tempel, Pyramiden und Festungen des antiken Nubien dokumentierte. Es sollten ungezählte Flüge folgen, immer inspiriert von Gersters Begeisterung für die Schönheit der Welt, die von oben gesehen noch einmal anders und besonders erscheint. Sie zeigt sich in nie gesehenen, aufregenden Mustern, geformt von der Natur oder vom Menschen. Gersters Archiv umfasst über eine Million Flugbildaufnahmen aus über hundert Ländern, fotografiert über sechs Jahrzehnte hinweg. Sein Vermächtnis wird seit 2019 professionell vom Estate Georg Gerster weitergeführt. Sein Schaffen wird aufgearbeitet, dokumentiert und weiter digitalisiert, seine Bilder werden in Ausstellungen gezeigt und als Kunsteditionen vertrieben. So wird sein faszinierendes und umfangreiches Werk als Ganzes für die Zukunft fit gemacht und bewahrt. In dieser Du-Ausgabe zeigen wir einige Arbeiten aus dem Archiv, die zu Georg Gersters Lieblingsbildern zählten. Bei manchen erkennt man auch nach dem dritten Blick nicht, was man da eigentlich sieht. Umso erstaunter ist man dann, wenn man es erfährt. Es liegt also ein Du voller Überraschungen vor Ihnen. Wir wünschen Ihnen viel Freude auf der folgenden Entdeckungsreise.