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Du 914 | Juni 2022
Pride

Protest und Parade

ISBN:
978-3-907315-13-2
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

Status:
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Inhalt Du 914

Ralf Kaminski
Fortschritte, Rückschritte und anhaltende Düsternis
Ab Juli können lesbische und schwule Paare auch in der Schweiz endlich heiraten – ein grosser Schritt vorwärts in Richtung Gleichstellung und Selbstverständlichkeit. Die globale Situation für Lesben, Schwule, Trans- und intergeschlechtliche Menschen bleibt jedoch oftmals prekär und gefährlich.

Léa Burger im Gespräch mit Miriam Suter
«Ich kenne Geweihte, die Homosexuelle segnen»
Wie gehen das Christentum und der Buddhismus mit Queerness um? Léa Burger ist Fachjournalistin für Religion bei SRF und erklärt, welche Unterschiede innerhalb der Religionen herrschen, welche Gemeinsamkeiten es gibt und weshalb die Zukunft für beide queerer aussehen könnte.

Mark Baer
Im Licht der Regenbogenfarben
Immer mehr Unternehmen setzen sich für Diversität und Inklusion ein. Geht es dabei um die Gewinnung von queeren Menschen als Werbezielgruppe? Wollen sich solche Unternehmungen einfach als aufgeschlossene Arbeitgeber präsentieren? Oder ist ein «Diversity & Inclusion»-Management tatsächlich ein klares Statement für die Gleichberechtigung von LGBTQ-Menschen?

Tobias Urech
Die Geschichte einer Befreiung
Jeden Sommer gehen Millionen Menschen auf die Strasse, um zu tanzen, zu feiern und für queere Rechte zu demonstrieren. Die jährlichen Prides sind mittlerweile Teil der Kultur vieler Städte. Ihre Wurzeln liegen aber keineswegs im gemeinsamen Partymachen: Wie aus einem queeren Aufstand gegen die Polizei eine weltweite Bewegung wurde.

Anna Rosenwasser
Sterben und Auferstehen
Warum gibt es eigentlich so wenige Lesbenbars? Eine Spurensuche in der Zürcher Vergangenheit und Gegenwart lesbischer Ausgehkultur.

Doris Senn
Queer durch die Filmgeschichte
Crossdressing, gleichgeschlechtliche Liebe und die Sehnsucht nach Akzeptanz des schwulen und lesbischen Lebens waren seit dem Beginn des Kinos immer ein Thema. Der queere Film überlebte die Zensur der 1950er-Jahre und erfährt spätestens seit den 1990er-Jahren eine neue Blüte. Auch dank den zahlreichen LGBTQ-Filmfestivals.

Lovis Hoppermann im Gespräch mit Anna Rosenwasser
«Genderinklusive Sprache ist weniger eine Frage der Grammatik als der Ethik»
Wie reagiert Sprache auf queere Identitäten? Lovis Hoppmann forscht zu Genderlinguistik an der Universität Zürich und arbeitet zudem in der Kommunikation der Universität Freiburg. Hoppmanns noch nicht publizierte Doktorarbeit Die deutsche Sprache queeren entwickelt einen Leitfaden für gendersensiblen Sprachgebrauch und wurde mit dem CSLS Prize in Language and Social Justice der Universität Bern ausgezeichnet.

Elena Grignoli
Ungewohnte Sichtweisen provozieren
Seit dem 21. Jahrhundert wird «queer» vor allem zur Be­schreibung eines breiten Spektrums nicht normativer geschlechtlicher Identitäten und Praktiken verwendet. Was also könnte «queer» in Bezug auf Kunst, Kunstschaffende oder eine Sammlung bedeuten? Anhand von Werken der Sammlung des Kunsthauses Zürich denkt Elena Grignoli über diese Frage nach.

Mark Baer
Anders als die andern
Das Lila Lied feierte 1920 die gleichgeschlechtliche Liebe. Der Foxtrott-Schlager gilt als erste Homosexuellenhymne der Welt und brachte ein neues Selbstbewusstsein zum Ausdruck: den Stolz, nicht heteronorm zu sein. Im Herbst bringen die Geschwister Pfister und das Zürcher Kammerorchester das Lila Lied und andere Songs aus der Zeit auf die Bühne und werden die Schweiz verzaubern.

Josia Jourdan
Ohne Schranken
Dragqueens und Dragkings sind ein wichtiger Teil der queeren Szene. Ihre Auftritte machen Spass und unterhalten mittlerweile auch den Mainstream. Doch es geht bei «Drag» nicht nur um Entertainment, sondern auch um politisches Engagement.


  Du 914 | Juni 2022 | Pride – Protest und Parade

Pride

Protest und Parade

Pride – Stolz

Von Oliver Prange.

Jeden Sommer tanzen Millionen Menschen in den Strassen, an vielen Orten der Welt. Es geht aber nicht um Party, sondern um Anerkennung. Es sind queere Menschen, also schwule, lesbische, bisexuelle und Transmenschen. Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht der Norm entsprechen, wurden bereits früher kriminalisiert. Sie wurden unterdrückt und verfolgt. Ab Ende der 1960er-Jahre wehrten sie sich, und in manchen Bereichen erkämpften sie sich erfolgreich Rechte: In der Schweiz etwa gab es im September 2021 die Volksabstimmung «Ehe für alle», die mit einem deutlichen Ja angenommen wurde. Anderswo dürfen homosexuelle Paare schon länger heiraten, aber das waren Entscheide von Regierungen. In der Schweiz entschied das Volk. Geholfen haben Aktivisten, aber auch die Kultur: In Filmen, Bühnenstücken, an Kunstevents sind queere Menschen heute sicht­barer. Auch im Bereich der Sprache gibt es Forderungen und lebendige Diskussionen, diese Vielfalt sichtbar zu machen. Das Du bleibt der Lesbarkeit und Konsistenz halber bei der bisherigen Schreibweise. Welche Alternativen es gibt, lesen Sie auf Seite 62. Die globale Bewegung von queeren Menschen feiert die erkämpfte Emanzipation lesbischer, schwuler, bisexueller und Transmenschen jährlich an der Pride, einem Demonstrationszug für queere Rechte, deren Erhalt und weiteren Ausbau in der ganzen Welt. Pride heisst «Stolz». Queere Menschen sind stolz, dass sie so sind, wie sie sind. Und auf das, was sie in den letzten Jahrzehnten erreicht haben.