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Du 945 | November 2026
Sahara – Atem der Wüste

Hardy Böckli

ISBN:
978-3-907315-44-6
Preis:
CHF 20.- / EUR 15.-

Status:
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Inhalt Du 945

Hardy Böckli im Gespräch mit Oliver Prange
Wo das Schweigen das Sagen hat 
Eine Du-Ausgabe von 1957 begründete Hardy Böcklis Lebens­traum, das Tibesti-Gebirge in der Sahara zu bereisen. ­Die damaligen Fotos von Emil Schulthess und insbesondere jene von der dortigen Sonnenfinsternis im Jahr 1955 wurden zum Leitstern seines Lebens. Jahrzehnte später stand Böckli endlich an derselben Stelle wie einst sein Vorbild. 

Hardy Böckli
«Es gibt Träume, die Ruhe brauchen» 
Anfang der 1960er-Jahre setzte Hardy Böckli erstmals seine Füsse in ein Wüstengebiet und bereiste, damals noch mit einer Rolleicord unterwegs, die syrische Wüste und mit dem Wadi Draa den äussersten saharischen Süden von Marokko. In diesem Text erzählt er von seinen Erlebnissen und für ihn prägenden Persönlichkeiten. 

Uwe George
Ein riesiger weisser Fleck 
So wurde ein Gebiet bezeichnet, das zur Zeit der Kartografie noch nicht erforscht oder vermessen war und deshalb auf Karten schlicht leer blieb. Gemeint ist eine Region 
in der Sahara, die noch bis weit ins 20. Jahrhundert kaum von Europäern bereist oder wissenschaftlich dokumentiert worden war. 

Uwe George
Die grösste Gemäldegalerie der Erde 
Zehntausende prähistorische Felsmalereien und -gravuren ­finden sich vor allem im Gebiet Tassili n’Ajjer in Algerien. Die Sahara ist eine Freiluft-Felsbildgalerie. Wegen der schieren Menge und Dichte dieser Bilder wird die Region oft  als «grössste Gemäldegalerie der Welt» bezeichnet. 

Hardy Böckli
Prähistorische Felsmalereien 
Im Jahr 2007 führte Hardy Böckli eine Sahara-Expedition mit Einheimischen im Grenzgebiet von Ägypten, Libyen und Sudan durch, wo er prähistorische Felsmalereien entdeckte. In der Talh-Sattel-Höhle finden sich in ­ausser­­gewöhnlich hoher Lage neolithische Malereien von Hirten- und Jagdszenen. 

Carlo Bergmann
Der letzte Beduine
In seinem Buch Der letzte Beduine berichtet der Sahara-­Forscher Carlo Bergmann von seinen aussergewöhnlichen Unternehmungen in der Wüste. 

Peter Fuchs
Meine Expedition nach Ennedi: Krokodile in der Wüste 
Auszüge aus dem Buch Weisser Fleck im schwarzen Erdteil des Ethnologen und Afrikaforschers Peter Fuchs. 

Hardy Böckli
Mission Ennedi 
Die bislang unveröffentlichten Tagebuchpassagen stammen von Böcklis Expedition zum Ennedi-Gebirge (1.12.2012–1.2.2013). Auch die erwähnten Entdeckungen prähistorischer Felsmalereien und -gravuren wurden bisher nicht publiziert. Die Texte spiegeln den Ablauf der Reise wider. 

Mahmoud Marai
Mein Freund aus der Wüste
Mahmoud Marai und Hardy Böckli verbindet eine lebenslange Freundschaft. Gemeinsam sind sie durch die Sahara von der ägyptischen Westwüste bis zu den abgelegenen Landschaften im Norden des Tschad gereist. Der Text ist hier auch im arabischen Original nachzulesen. 


  Du 945 | November 2026 | Sahara – Atem der Wüste – Hardy Böckli

Sahara – Atem der Wüste

Hardy Böckli

Wind, Sand und Träume

Hardy Böckli war ein junger Mann, als er im Elternhaus auf eine Du-Ausgabe stiess, die seinem Leben eine Richtung geben sollte. Es war im Mai 1957. In dem Heft finden sich Bilder einer Sonnenfinsternis, fotografiert im Osttibesti in der Sahara. Die Aufnahmen stammen von dem bekannten Fotografen Emil Schulthess, der damit weltberühmt wurde. Genau dorthin, an diesen magischen Ort, wollte Böckli auch reisen. Es vergingen Jahrzehnte, bis er sich endlich auf den Weg machen konnte. Dank seiner jenischen Handelstalente war er bei einer angesehenen Privatbank in leitender Position verantwortlich für den Handel mit Gold und Silber, Devisen- und Geldgeschäfte. Er beendete seine Berufskarriere jedoch früh, um seinem Traum zu folgen. Das Fotografieren brachte er sich selbst bei. Unzählige Male reiste er durch unwegsames Gelände, mit einem Team aus Nomaden, Wissenschaftlern, Alpinisten wie auch Kunst­malern. Mit einem Citroën 2CV, bekannt als «Döschwo», durchquerte er bereits 1963 Teile der Sahara, mit bedrohlichen Pannen natürlich. Später mit einem Land Rover, dann einem Toyota Land Cruiser, vor allem aber zu Fuss mit Lastkamelen und den unverzichtbaren lo­kalen Begleitern. Er musste mit Tubu und Tuareg verhandeln, um ­weiterziehen zu können. In Höhlen entdeckte er jahrtausendealte ­Wand­malereien. Böckli ist ein Einzelgänger, der weder Bühne noch Rampenlicht braucht. Er liebt die Leere, die Stille, die Sterne in der Nacht – Unendlichkeit, Unergründlichkeit, Demut. 
Erst im Jahr 2013 erreichte er die Koordinaten im östlichen Tibesti, wo Schulthess seine Aufnahmen gemacht hatte. In der Einöde hinterliess er ein Steinmännchen, das die Erfüllung seines Lebens­traums symbolisiert. Heute lebt er in Innertkirchen, einem Weiler im Berner Oberland. Wenn man den Alpinisten und ehemaligen ­Grenadier dort in seinem geschmackvoll eingerichteten Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert besucht, geht einem das Herz auf: aussen Schweizer Berge, innen Bilder und Bücher, darunter eine wertvolle Sammlung von Fachliteratur zum Thema Sahara. Hardy Böckli wurde vor bald siebzig Jahren durch eine Du-Ausgabe auf eine Reise geschickt, die mit dieser Du-Ausgabe gewürdigt wird. 

Von Oliver Prange